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Brauchen wir Word, Excel und Photoshop noch? Wie KI die Softwareökonomie verändert

Von Gerhard G. StocKinger | Stand: 12. Oktober 2026

Wenn KI Software günstiger entwickeln kann, verändert das den Wettbewerb. Wenn Menschen diese Software gleichzeitig seltener selbst bedienen müssen, verändert sich möglicherweise das gesamte Geschäftsmodell. ArtCraft liefert dafür einen aktuellen Anlass. Die wichtigere Frage reicht jedoch weit über Adobe und Microsoft hinaus.

Eine alte Burg, ein breiter Wassergraben und ein modernes Motorboot auf dem Weg zum Tor.

Das Bild zu diesem Artikel spielt mit einer Vorstellung, die gut zur aktuellen Softwaredebatte passt: Eine Festung kann beeindruckend bleiben, während ihre bisherigen Schutzmechanismen an Wirkung verlieren.

Allerdings beschäftigt mich noch eine zweite Frage: Was passiert, wenn der Kunde gar nicht mehr in die Burg hineinwill, sondern nur noch die Leistung benötigt, die bislang ausschließlich dort erhältlich war?

Genau an diesem Punkt treffen für mich zwei Entwicklungen zusammen. KI unterstützt den Aufbau neuer Software. Gleichzeitig verändert sie, wie wir vorhandene Software nutzen.

Beides sollte man unterscheiden, um die wirtschaftlichen Konsequenzen zu verstehen.

Mein Ausgangspunkt: Ich benötige weiterhin Ergebnisse. Aber seltener die bisherigen Programme.

Word und Excel nutze ich persönlich kaum noch. Klassische Foto- und Videobearbeitung erledige ich ebenfalls kaum noch selbst.

Das bedeutet nicht, dass Texte, Zahlen, Bilder oder Videos in meinem Arbeitsalltag unwichtiger geworden wären. Es bedeutet, dass ich viele Aufgaben inzwischen anders angehe.

Ich beginne häufiger mit einer Beschreibung des gewünschten Ergebnisses. Ich lasse Entwürfe erstellen, Daten untersuchen oder Varianten entwickeln. Anschließend prüfe, korrigiere und konkretisiere ich.

Die Verschiebung liegt zwischen zwei Arbeitsweisen:

Früher habe ich eine Anwendung geöffnet und die Aufgabe in deren Bedienlogik übersetzt. Heute formuliere ich zunehmend die Aufgabe und lasse mir bei der Umsetzung helfen.

Für mich persönlich reduziert das die Bedeutung mancher Programme als täglicher Arbeitsplatz. Es beseitigt allerdings weder die Notwendigkeit fachlicher Kompetenz noch die Verantwortung für das Ergebnis.

Weniger Bedienung ist nicht dasselbe wie weniger Verantwortung.

Wer eine Auswertung anfordert, muss weiterhin verstehen, ob Zeitraum, Datenbasis und Berechnung passen. Wer einen Text veröffentlicht, muss für dessen Aussagen einstehen. Ein überzeugend gestaltetes Ergebnis ist noch kein Nachweis seiner Richtigkeit.

ArtCraft: Ein reales Projekt, aber noch kein Beweis für das Ende etablierter Software

Entwickler Brandon Thomas hat öffentlich erklärt, mit Claude Opus 5.5 an zunächst sieben Open-Source-Nachbildungen bekannter Adobe-Anwendungen zu arbeiten. Die Programme werden in Rust entwickelt; mehrere sind auch für die Nutzung im Browser vorgesehen beziehungsweise verfügbar. Quelle: Ankündigung des Entwicklers.

Das Portfolio umfasst unter anderem PhotoCraft für Bildbearbeitung, VectorCraft für Vektorgrafik und FilmCraft für Videoschnitt. Die offizielle Produktübersicht führt inzwischen zwölf Anwendungen und kennzeichnet sie als frühe Alpha oder als in Entwicklung befindlich.

Hinzu kommen WordCraft als Word-orientierte Textverarbeitung, GridCraft als Excel-orientierte Tabellenkalkulation und DeckCraft für Präsentationen nach dem Vorbild von PowerPoint. Die öffentlichen Repositories belegen, dass daran gearbeitet wird. Sie belegen keine vollständige Gleichwertigkeit mit den jeweiligen Originalen.

Besonders aufschlussreich ist die PhotoCraft-Roadmap. Dort sind zum Abruf am 12. Oktober 2026 insgesamt 628 angebundene Menüeinträge dokumentiert. Gleichzeitig warnt das Projekt davor, diese Abdeckung mit identischem Verhalten, zuverlässiger Dateiverarbeitung oder professioneller Alltagstauglichkeit gleichzusetzen.

Diese Unterscheidung ist zentral.

Eine vorhandene Schaltfläche sagt noch nicht, ob die Funktion in einem komplexen Kundenprojekt korrekt arbeitet. Ein erfolgreicher Import sagt noch nicht, ob beim Bearbeiten und anschließenden Export alle relevanten Eigenschaften erhalten bleiben.

ArtCraft ist deshalb für mich ein interessantes Entwicklungsprojekt, keine pauschale Empfehlung zum Austausch produktiver Software.

Der „Aufwandsgraben“: Wenn langjährige Entwicklungsarbeit nicht mehr ausreichend schützt

Brendan Keeler bezeichnet den Aufwand zur Rekonstruktion komplexer Software als „Effort Moat“. Gemeint ist eine Eintrittsbarriere: Ein Wettbewerber kann möglicherweise erkennen, was ein Produkt tut. Das gesamte Verhalten nachzubauen, ist dennoch aufwendig. Keelers These ist, dass KI diese Barriere zunehmend reduziert.

Für meine strategische Einordnung ist daran vor allem ein Gedanke relevant: Der historische Entwicklungsaufwand eines Produkts muss nicht dauerhaft dem Aufwand entsprechen, den ein neuer Anbieter für eine alternative Lösung aufbringen müsste.

Daraus folgt aber nicht, dass jede Software mit KI schnell und günstig reproduzierbar wäre.

Aus den hier herangezogenen Projektangaben ergibt sich keine unabhängig geprüfte Gesamtkostenrechnung für Entwicklung, Qualitätssicherung und dauerhaften Betrieb. Die Zahl veröffentlichter Projekte allein beantwortet nicht, wie viel Arbeit bis zur zuverlässigen Nutzung noch erforderlich ist.

Ich würde deshalb zwei Aussagen unterscheiden:

KI kann die wirtschaftliche Ausgangslage für eine Neuimplementierung verändern. Ob daraus ein tragfähiges Produkt entsteht, muss sich im konkreten Einsatz zeigen.

Das klingt weniger spektakulär als „Software ist vorbei“. Für eine Investitionsentscheidung ist es wesentlich hilfreicher.

Der größere Umbruch: Nicht die Anwendung ersetzen, sondern die Bedienarbeit reduzieren

In der öffentlichen Diskussion geht es häufig um die Frage, welches neue Werkzeug ein bestehendes Produkt ersetzen könnte.

Für viele Unternehmen wäre aus meiner Sicht eine andere Frage produktiver:

Welche Arbeitsschritte müssen Menschen überhaupt noch selbst durch eine Benutzeroberfläche ausführen?

Nehmen wir eine wiederkehrende Managementauswertung. Der bisherige Prozess könnte darin bestehen, Daten zu exportieren, Tabellen zusammenzuführen, Abweichungen zu berechnen und die Ergebnisse in eine Präsentation zu übertragen.

Der fachliche Bedarf lautet aber nicht: „Jemand soll Daten zwischen drei Programmen kopieren.“

Er lautet beispielsweise:

„Zeige die wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorquartal, prüfe mögliche Ursachen und erstelle eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage.“

Das ist zunächst ein Zielbild, keine Zusage, dass ein beliebiges KI-Werkzeug diesen Prozess fehlerfrei erledigt.

Für seine Umsetzung müssen Daten zugänglich, Begriffe eindeutig und Berechnungen überprüfbar sein. Doch schon die andere Formulierung verändert den Blick auf die Softwarelandschaft: Nicht mehr jedes bisherige Werkzeug ist automatisch gesetzt.

Drei Ebenen, die Unternehmen getrennt betrachten sollten

Für Architekturentscheidungen unterscheide ich zwischen Ergebnis, Bedienung und Ausführung.

Das Ergebnis ist etwa ein freigegebenes Angebot, eine belastbare Auswertung oder ein fertig abgestimmter Bericht.

Die Bedienung ist der Weg, auf dem ein Mensch den Auftrag erteilt, Informationen ergänzt und Entscheidungen trifft. Das kann eine klassische Maske sein, ein Chat, eine Sprachinteraktion oder eine Kombination daraus.

Die Ausführung umfasst Geschäftsregeln, Berechnungen, Datenzugriffe und konkrete Aktionen.

Eine KI kann die Bedienung verändern, ohne die gesamte Ausführung zu ersetzen. Umgekehrt kann eine neue Lösung dieselbe Ausführung mit einer anderen technischen Grundlage bereitstellen.

Diese Trennung schützt vor zwei vorschnellen Schlüssen: „Wir brauchen das alte System nicht mehr“ und „Weil wir das alte System brauchen, darf sich an seiner Bedienung nichts ändern.“

Für mich liegt zwischen diesen Extremen ein besonders interessanter Modernisierungspfad.

Meine ERP-Erfahrung: Nicht jedes gewachsene System muss verschwinden

Meine eigene ERP-Geschichte reicht von Excel und Access über eine Phase mit SAP Business One bis zu einem über Jahre ausgebauten eigenen System.

Wer solche Entwicklungen erlebt hat, weiß, dass der eigentliche Wert nicht nur in sichtbaren Masken steckt. In meiner Arbeit interessieren mich besonders die fachlichen Zusammenhänge dahinter: Was ist ein gültiger Vorgang? Welche Daten hängen zusammen? Welche Änderung hat welche Folge?

In meinem ERP nutze ich heute einen integrierten Chatbot, um beispielsweise Kunden und Ansprechpartner anzulegen oder Angebote zu aktualisieren.

Dabei ist der Chatbot nicht einfach ein Ersatz für die Datenbank. Er ist ein zusätzlicher Zugang zur Anwendung.

Für einen produktiven Unternehmenseinsatz empfehle ich eine klare Aufgabenteilung: Das Sprachmodell interpretiert den Auftrag. Definierte Funktionen prüfen Berechtigungen und fachliche Voraussetzungen. Änderungen werden nachvollziehbar ausgeführt; bei kritischen Vorgängen ist eine Freigabe vorgesehen.

Die KI darf die Formulierung flexibel verstehen. Die Buchungs- oder Geschäftslogik sollte sie nicht spontan erfinden.

Deshalb würde ich die Zukunft vieler Unternehmensanwendungen nicht ausschließlich als Ablöseprojekt betrachten. Sie kann auch darin bestehen, vorhandene Systeme gezielt um eine bessere Interaktion und kontrollierte Automatisierung zu erweitern.

Nicht jede Oberfläche gehört abgeschafft

Aus meiner geringeren persönlichen Nutzung von Word oder Excel folgt nicht, dass diese Programme für alle Anwender entbehrlich wären.

Eine Fachperson, die ein komplexes Modell untersucht, benötigt möglicherweise gerade die direkte Sicht auf Formeln und Abhängigkeiten. Bei präziser Bildbearbeitung oder einer detaillierten Videomontage kann die unmittelbare Bearbeitung sinnvoller sein als eine Folge sprachlicher Anweisungen.

Mein Zielbild lautet deshalb nicht: Alles wird Chat.

Es lautet: Die Bedienform sollte zur Aufgabe passen.

Ein Auftrag lässt sich gut in Sprache formulieren. Ein Vergleich lässt sich möglicherweise besser in einer Tabelle prüfen. Eine Freigabe benötigt eine klare Darstellung der geplanten Änderungen. Und für eine präzise Korrektur bleibt eine direkte Bearbeitungsmöglichkeit wertvoll.

Gute KI-Integration reduziert aus meiner Sicht unnötige Schritte, ohne den Menschen Übersicht und Kontrolle zu nehmen.

Können Adobe, Microsoft und andere Anbieter Nachbauten juristisch stoppen?

Mögliche Klagen finanzstarker Unternehmen sind ein berechtigter Teil der Debatte. Ich würde dabei aber weder konkrete Verfahren gegen ArtCraft unterstellen noch die Rechtslage auf ein Schlagwort reduzieren.

ArtCraft beschreibt seinen Ansatz als Clean-Room-Neuimplementierung auf Basis öffentlicher Spezifikationen und beobachtbaren Verhaltens, ohne proprietären Code oder entsprechende Assets zu übernehmen. Das ist die erklärte Entwicklungsmethode, keine unabhängige Bestätigung der rechtlichen Unbedenklichkeit. Quelle: PhotoCraft-Projektbeschreibung.

Für die europäische Einordnung ist die Unterscheidung zwischen Funktion und geschützter Ausdrucksform wichtig. Im Verfahren SAS Institute gegen World Programming, C-406/10 entschied der EuGH, dass die Funktionalität eines Programms als solche nicht dem speziellen urheberrechtlichen Schutz für Computerprogramme unterliegt. Daraus ergibt sich allerdings kein pauschales Recht, sämtliche Bestandteile eines Produkts zu kopieren.

Eine grafische Benutzeroberfläche kann beispielsweise eigenständigen urheberrechtlichen Schutz genießen, wenn sie eine eigene geistige Schöpfung darstellt. Das stellte der EuGH im Verfahren C-393/09 klar.

Für ein konkretes Vorhaben gehören deshalb Implementierung, Gestaltung, verwendete Materialien, Zugangswege und vertragliche Rahmenbedingungen juristisch geprüft. Die Bezeichnung „Clean Room“ ersetzt diese Prüfung nicht.

Keelers zugespitzter Satz dazu lautet: „But litigation only buys time.“

Ich würde vorsichtiger formulieren: Ein Rechtsstreit kann für ein konkretes Projekt existenzielle Bedeutung haben. Seine wirtschaftliche Wirkung sollte niemand kleinreden.

Gleichzeitig ist Rechtsdurchsetzung keine Antwort auf jede Veränderung des Kundenbedarfs.

Wenn ein Unternehmen ein anderes, rechtmäßig angebotenes Verfahren bevorzugt, weil es damit schneller oder zuverlässiger zum Ergebnis kommt, benötigt der etablierte Anbieter darauf eine Produktantwort.

Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung für ein konkretes Entwicklungsprojekt.

Die etablierten Anbieter sind nicht nur Zuschauer

Es wäre ein Fehler, Microsoft, Adobe und andere etablierte Anbieter ausschließlich als Verteidiger alter Benutzeroberflächen zu betrachten.

Microsoft dokumentiert beispielsweise eigene Word-, Excel- und PowerPoint-Agenten, die innerhalb von Copilot entsprechende Dateien erstellen. Der Zugang ist laut der zum Veröffentlichungszeitpunkt abgerufenen Dokumentation an eine kostenpflichtige Microsoft-365-Copilot-Lizenz gebunden; die verwendeten Anthropic-Modelle müssen in der Organisation freigeschaltet sein. Das zeigt bereits, dass ein anderer Bedienweg mit einem bestehenden Lizenzmodell verbunden werden kann.

Meine Schlussfolgerung daraus: Weniger manuelle Nutzung eines Programms bedeutet nicht automatisch weniger Umsatz für seinen Hersteller.

Ein Anbieter könnte weiterhin die Infrastruktur, den Datenzugang, die Ausführungsfunktionen oder den KI-Assistenten liefern. Möglicherweise verschiebt sich nur, welcher Bestandteil für den Kunden sichtbar ist.

Darum halte ich pauschale Prognosen vom Ende sämtlicher Softwareabonnements für voreilig.

Die interessantere Frage lautet, wo künftig der wirtschaftliche Wert entsteht und wer ihn überzeugend bereitstellt.

Für mich gehören dazu zuverlässige Ergebnisse, verständliche Kontrolle, gute Integration und ein angemessener Gesamtaufwand. Ein umfangreicher Funktionskatalog allein wäre dafür kein ausreichender Maßstab.

Kaufen, selbst entwickeln oder gezielt erweitern?

Für Unternehmen verändert sich damit auch die klassische Buy-versus-Build-Diskussion.

Ich würde sie um eine dritte Option ergänzen: Das bestehende System gezielt erweitern.

Ein vollständiger Nachbau kann unnötig sein, wenn das Kernsystem zuverlässig arbeitet und lediglich einzelne Abläufe umständlich sind. Umgekehrt kann eine individuelle Lösung interessant werden, wenn eine klar abgegrenzte Aufgabe durch Standardsoftware nur mit erheblichen Prozesskompromissen abgedeckt wird.

Die Entscheidung sollte nicht allein von Lizenzkosten und einem schnellen Prototyp abhängen.

In eine belastbare Rechnung gehören zusätzlich Integration, Qualitätssicherung, Migration, Betrieb, Wartung, Sicherheitsmaßnahmen und die Zuständigkeit bei Fehlern.

Für mich ist deshalb nicht entscheidend, ob sich eine Anwendung in kurzer Zeit demonstrieren lässt. Entscheidend ist, ob sie die vorgesehenen Aufgaben über einen angemessenen Zeitraum zuverlässig und wirtschaftlich erfüllt.

Ein Prototyp zeigt eine Möglichkeit. Ein Produkt übernimmt dauerhaft eine Verpflichtung.

Das gilt für selbst entwickelte Software ebenso wie für eingekaufte Lösungen.

Was ich Unternehmen jetzt konkret empfehle

Ich würde nicht mit einer Liste zu kündigender Programme beginnen. Ich würde mit den Abläufen starten, in denen heute regelmäßig Zeit verloren geht.

Zunächst den tatsächlichen Bedarf klären. Welches Ergebnis wird gebraucht? Welche Daten sind notwendig? Welche Schritte leisten einen fachlichen Beitrag, und welche dienen lediglich dazu, zwischen Programmen zu wechseln?

Dann einen abgegrenzten Ablauf erproben. Beispielsweise die Vorbereitung eines Angebots, die Erstellung einer wiederkehrenden Auswertung oder die Aufbereitung eines Berichts. Zunächst ohne unkontrollierte Änderungen an geschäftskritischen Daten.

Anschließend den gesamten Prozess bewerten. Dazu gehören nicht nur Erstellungsgeschwindigkeit, sondern auch Prüfaufwand, Fehler, Nacharbeit und Akzeptanz. Eine schneller erzeugte Ausgabe ist kein Fortschritt, wenn ihre Kontrolle unverhältnismäßig viel zusätzliche Arbeit verursacht.

Erst auf dieser Grundlage würde ich über die passende Architektur und das wirtschaftliche Modell entscheiden.

So wird aus der allgemeinen Diskussion über KI eine konkrete Verbesserungsentscheidung.

Mein Fazit: Die Software bleibt. Aber ihr Platz im Arbeitsalltag verändert sich.

ArtCraft ist für mich nicht deshalb interessant, weil damit das Ende von Adobe bewiesen wäre. Interessant ist das Projekt, weil es bisherige Annahmen über Entwicklungsaufwand und Wettbewerb zur Diskussion stellt.

Meine persönliche Erfahrung mit Word, Excel und der Bearbeitung von Bildern oder Videos ergänzt diese Debatte um eine zweite Perspektive: Vielleicht benötigen wir nicht nur andere Produkte. Vielleicht benötigen wir für manche Aufgaben überhaupt weniger direkte Produktbedienung.

Ich erwarte deshalb nicht, dass zuverlässige Software an Bedeutung verliert. Im Gegenteil: Wer Aufgaben delegiert, braucht eine belastbare Ausführung.

Aber ich erwarte, dass sich gute Software stärker daran messen lassen muss, wie viel unnötige Arbeit sie dem Menschen erspart.

Die entscheidende Frage für Anbieter ist dann nicht mehr nur:

„Warum kann niemand unsere Anwendung nachbauen?“

Sondern:

„Warum ist unsere Lösung weiterhin der beste Weg zum gewünschten Ergebnis?“

Genau an dieser Schnittstelle unterstütze ich mit StocKinger Consulting Unternehmen: Geschäftsprozesse verstehen, bestehende Systeme sinnvoll weiterentwickeln und KI dort einsetzen, wo sie nachvollziehbar Arbeit abnimmt.

Nicht möglichst viele Programme ersetzen. Sondern die Arbeit besser organisieren.